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  • Writer's pictureJulia Christine Hackl

Etwas Stress ist gesund!

Unser Gehirn liebt Herausforderungen. Besonders solche, die es gerade noch meistern kann. Denn dadurch lernt das Gehirn, die nächste Herausforderung leichter zu meistern. Unser Gehirn wächst an seinen Aufgaben. Darum ist ein gewisses Maß an Stress durchaus gut. Zu viel Stress ist jedoch kontraproduktiv. Denn dadurch steigt das Stresshormon Cortisol im Blut an. Das bleibt nicht ohne Folgen.


Stress und Cortisol

Energie-Kannibalismus

Denn Cortisol ist das stärkste abbauende (katabole) Hormon. Von der Natur her sollte es uns helfen, Hungersnöte wie bei der Völkerwanderung zu überbrücken. Der Nachteil dieses Hormons: wenn es vermehrt ausgeschüttet wird, beginnt der Körper Eiweiß als Energie zu verbrennen. Das bedeutet, dass Muskelmasse, Knochenmasse, anabole Hormone und das Immunsystem geopfert werden, um dieses Funktions-Eiweiß in Energie zu verwandeln. Darum wird dieser katabole Stoffwechsel auch Energie-Kannibalismus genannt. Das hält man je nach Ausgangslage und Stressbelastung länger oder kürzer aus.


Lachse sterben alle am Cortisol. Wenn Lachse ihre letzte Reise zum Ablaichen antreten, schwimmen sie stromaufwärts, überwinden dabei Stromschnellen und Wasserfälle. Das Cortisol stellt die notwendige Energie zur Verfügung. Sobald der biologische Sinn mit dem Ablaichen erfüllt ist, stirbt der Lachs. Auf der Reise hat er dann ca. 1,5 kg Gewicht (Eiweiß) verloren. Völlig ausgelaugt und mit einem zusammengebrochenen Immunsystem verendet der Lachs.


Ein bisschen Lachs steckt auch in uns, wenn wir im täglichen Leben Schwierigkeiten überwinden müssen und der negative Stress zu groß wird. Wichtig: Immer, wenn das abbauende Stresshormon ansteigt, unterdrückt das die Produktion der aufbauenden Hormone. Dopamin, Serotonin und Noradrenalin – allesamt „Rückenwind-Hormone“, die uns das Leben leichter machen - werden unterdrückt. Dadurch steigt die gefühlte Arbeitsbelastung, wodurch noch mehr Cortisol ausgeschüttet wird. Am Ende dieser Abwärtsspirale steht dann das Burnout-Syndrom.


Stresshormon, welches jeden Tag ein bisschen mehr ansteigt, spüren wir lange Zeit nicht. Wer unter beruflichem oder emotionalem Stress leidet, kann unbemerkt in diesen Stressstoffwechsel abrutschen. Aber auch hohe innere Ansprüche (Perfektionismus) setzen uns unter Stress. Merke: Selbstausbeutung ist sogar noch effektiver als Fremdausbeutung.


Dauer-Alarmismus und das Stresshormon

Cortisol baut auch aktiv Synapsen im Gehirn ab. Höflich ausgedrückt wird man dadurch nicht unbedingt klüger. Selten sind so viele scheinbare Katastrophen auf einmal über uns hineingebrochen wie in den letzten 3 Jahren. Infektionskrankheiten, Krieg, Inflation, extrem steigende Energiepreise, Klimaerwärmung und Angst vor einem Blackout. Viele Menschen haben sich in einen Dauer-Angstzustand versetzen lassen. Das hinterlässt Spuren im Hormonprofil.


Wenn das Gehirn den Verstand verliert

Auffällig ist, dass Menschen, bei denen ein hohes Stresshormon messbar ist, zugleich über Konzentrations- und Gedächtnisstörungen klagen. Nichts fürchtet der Mensch mehr als den Abbau seiner geistigen Fähigkeit. Das ist meist ein schleichender Prozess. Der Grund: Ein erhöhtes Cortisol baut aktiv Gehirnzellen ab, und zwar ganz besonders in der sensiblen Region des sogenannten Hippocampus. Das ist eine wichtige Schaltzentrale für das Gedächtnis. Das beschreibt auch Prof. Florian Holsboer, ehemaliger Präsident des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie: „Wenn die Beeinflussung durch das Cortisol lange anhält und sehr ausgeprägt ist, könnte das zu einem vorzeitigen Alterungsprozess im Gehirn führen.“


Warum ein Cortisol-Bauch?

Wenn Cortisol jetzt aber abbaut, warum kommt es dann so häufig zur Gewichtszunahme bei Stress und auch so gerne zur Fetteinlagerung gerade am Bauch? Cortisol setzt beim ganzen Abbau Zucker frei – unser Blutzuckerspiegel steigt an. Dadurch steigt auch das Insulin an. Insulin ist u.a. ein (fett)aufbauendes Hormon. Außerdem kommt es zu Achterbahnfahrten des Blutzuckerspiegels was Heißhungerattacken nach sich zieht. Die übermäßige Nahrungszufuhr kann zur Gewichtszunahme beitragen. Des Weiteren nimmt die Stoffwechselrate ab, da Muskeln abgebaut und Fett aufgebaut wird – uns fehlen schlicht die Brennöfen und wir nehmen leichter zu, obwohl wir nicht mehr essen. Und zu guter Letzt fördert das Bauchfett Entzündungen und ist hormonaktiv. Die Entzündungen sind ein erneuter eigener Stressfaktor und die ausgeschütteten Hormone des Bauchfettes können zum Beispiel eine Östrogendominanz begünstigen oder eine bereits bestehende Östrogendominanz verstärken. Diese kann dann wiederum durch Wassereinlagerungen zusätzlich zu einer Gewichtszunahme führen.


Führt Stress automatisch zum Burnout?

Das Burnout kommt auf leisen Sohlen. Hohe innere und/oder äußere Ansprüche, emotionaler Stress, ein negatives Kopfkino - gepaart mit mangelnder Regeneration oder Schlafstörungen - können zum Burnout führen. Ganz wichtig: Burnout ist ein Prozess – und kein Zustand. Auf dem Weg zur Belastungs-Depression wird jeden Tag ein bisschen und anfangs kaum merklich mehr vom Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Das wiederum unterdrückt die Bildung der mentalen „Rückenwindhormone“ Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Dadurch steigt die gefühlte Arbeitsbelastung. Alles, was vorher noch mit links erledigt wurde, wird zur Hürde. Die innere Einstellung verwandelt sich von „…und das schaffe ich auch noch!“ in ein „…wie soll ich denn das noch schaffen?“


Wenn der Stress vorbei ist, sinkt das Cortisol. Leider steigen aber im Gegenzug die „Rückenwindhormone“ nicht wieder an, denn genau die speziellen Aminosäuren, die man für die Eigenproduktion dieser begehrten Hormone benötigt, sind in der Zwischenzeit unter dem Einfluss von Cortisol als Energie verbrannt worden. Der Gegenwind bleibt also. Darum ist das Burnout bei der herkömmlichen Behandlung mit Antidepressiva so langwierig wie ineffektiv. Mit einem halben Jahr Behandlung muss man Minimum rechnen, und selbst danach laufen die Menschen nicht wieder zur alten Form auf. Meist bleibt eine Narbe auf der Seele.

Früh erkannt und ursächlich behandelt ist der Spuk oft nach 14 Tagen vorbei. Man kann diese Abwärtsspirale nämlich in eine Aufwärtsspirale verwandeln. Unter Stress leiden übrigens auffallend selten Vorstandsvorsitzende von Dax-Konzernen. Denn auf dieser Ebene kann man meist sehr gekonnt delegieren, ganz im Gegensatz zur alleinerziehenden Mutter von 2 Kindern. Diese hat obendrein noch die steigenden Nebenkostenabrechnungen im Nacken …


Stresshormon senken

Natürlich taucht vermehrt die Frage auf, ob und wie man das Langzeit-Stresshormon Cortisol senken kann. Das funktioniert auf zweierlei Weise: Erstens muss man natürlich seine Stressoren identifizieren und eliminieren. Das ist leichter gesagt als getan. Wir können die Welt nicht ändern, und den Chef dürfen wir auch nicht umbringen. Darum müssen wir über eine erhöhte Resilienz die Belastbarkeit steigern und uns quasi eine Teflonbeschichtung gegen Stress zulegen. Das gelingt über eine erhöhte körpereigene Produktion des Glückshormons Serotonins. Dieses wiederum wird aus der essenziellen Aminosäure Tryptophan gebildet. Und genau diesen wertvollen Eiweißbaustein verbrauchen wir vermehrt durch Stress. Die Belastbarkeit sinkt. Und das lässt das Stresshormon ansteigen. Die Katze beißt sich in den Schwanz.

Ohne die Schlüssel-Aminosäuren keine Glückshormone! Quintessenz: Die Aminosäure Arginin baut das Stresshormon ab, und die essenziellen gehirnaktiven Eiweißbausteine Phenylalanin und Tryptophan bauen die Rückenwindhormone auf. Also wäre wieder einmal Eiweiß die Lösung und nicht Psychopharmaka. Eventuell auch die Aminosäuren hoch dosiert als Nahrungsergänzung einnehmen. Mehr zu Aminosäuren und Nahrungsergänzung kannst du in diesem Blogbeitrag lesen.


Leichte Ausdauerbewegung wie strammes Spazierengehen oder Joggen senkt ebenfalls das Stresshormon. Dabei immer den Blick nach oben richten. Der Volksmund sagt zu Recht: „Kopf hoch!“ Dann entstehen – und das wissen wir auch vom NLP – automatisch mehr positive Gedanken. Wer den Kopf hängen lässt, verbleibt im Grübelzwang.


Fazit: Die besten Stress-Killer sind leichte Ausdauerbewegung und Meditation. Besonders wenn man glaubt keine Zeit dafür zu haben, ist es am wichtigsten. Getreu dem Motto: Wenn du es eilig hast, gehe langsam.Gesunde Ernährung mit vielen Omega-3- und wenig Omega-6-Fettsäuren, wenig Kohlenhydraten und Zucker, dafür vielen gehirnaktiven Aminosäuren und Vitaminen halten uns im Oberstübchen fit. Das und mehr vertiefen und arbeiten wir systematisch auf in unserem Kurs "Reclaim your Energy". Verpass nicht die Chance und sichere dir HIER direkt den Zugang.

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